Wer rettet die Sklaven?

Wer rettet die Sklaven?

Durch europäische Abschottungspolitik sinken die Zahlen der Geflüchteten, die Europa über das Mittelmeer erreichen und steigen die Zahlen der Geflüchteten in libyschen Auffanglagern, wo sie unter zumeist fürchterlichen Bedingungen festgehalten werden. Am 14. November berichtete der US-Fernsehsender CNN von Sklavenauktionen in Libyen.

Dies sorgte für Empörung und Reaktionen der Länder der Afrikanischen Union. Ruanda hat sich laut der regierungsnahen Zeitung New Times mit der Afrikanischen Union darauf geeinigt, 30.000 in Libyen gestrandete Afrikaner aufzunehmen. Das Außenministerium äußert sein Entsetzen über die Bilder. Zwar könne Ruanda nicht jeden willkommen heißen, aber die Tür stehe weit offen. Moussa Faki Mahamat, Chef der AU-Kommission, begrüßte Ruandas Vorstoß und rief alle afrikanischen Mitgliedstaaten, den Privatsektor und afrikanische Bürger dazu auf, Kräfte und Stimmen zu bündeln, „um unsere Brüder und Schwestern zu unterstützen, die in Libyen leiden.“ 2018 wird Ruanda den Vorsitz der AU übernehmen.

Mehrere afrikanische Regierungen wollen außerdem die Versklavung von Afrikanern in Libyen und die europäische Unterstützung Libyens auf dem AU-EU-Gipfel am 29.-30. November thematisieren. Einige afrikanische Botschafter haben nach zivilgesellschaftlichen Protestaufrufen bereits ihre Botschafter aus Libyen abgezogen und die Vereinten Nationen sowie den Internationalen Strafgerichtshof eingeschaltet.

Die ruandische Öffentlichkeit mutmaßt, dass sich das Angebot der ruandischen Regierung v.a. an Somalier richtet, für die Ruanda schon länger ein als neutral geschätzter Exilsort ist. Scharf kritisiert wird durch Menschenrechtsorganisationen die offenbar bereits Jahre bestehende Praxis der Übernahme von Sudanesen und Eritreern aus Israel durch Ruanda. Die ruandische Regierung bestätigte allerdings jetzt Gespräche mit Israel. 

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Erscheinungsdatum

28 November 2017

Themen

AU, Flüchtlinge, Menschenrechtsverletzung