EurAc-Statement zur Rolle der EU im Konflikt im Osten der DR Kongo

Das europäische Netzwerk EurAc begrüßt, dass die Krise im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) stärker in den Fokus der EU gerückt ist. Doch die bisherige Antwort bleibt unzureichend: Ein einseitiger Fokus auf humanitäre Hilfe greift zu kurz und wird der Tiefe der Krise nicht gerecht.

Der Konflikt ist das Ergebnis jahrzehntelanger Gewalt, struktureller Instabilität und systematischer Straflosigkeit. Externe Einflussnahme – insbesondere durch Ruanda – sowie die Ausbeutung und der Schmuggel von Rohstoffen treiben die Gewalt weiter an. Gleichzeitig sind Zivilist*innen massiven Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, während bewaffnete Gruppen ihre Kontrolle vor Ort festigen.

Die EU darf sich nicht darauf beschränken, Symptome zu lindern. Sie muss eine klare politische Haltung einnehmen: für den Schutz der Zivilbevölkerung, für die territoriale Integrität der DR Kongo und für die konsequente Ahndung von Verbrechen. Dazu gehören gezielte Sanktionen, wirksamer diplomatischer Druck für einen Waffenstillstand und ein entschiedenes Vorgehen gegen die Kriegsökonomie im Rohstoffsektor.

Nachhaltiger Frieden erfordert zudem, die strukturellen Ursachen der Gewalt anzugehen. Die EU sollte ihre Partnerschaften in der Region nutzen, um Rechtsstaatlichkeit, gute Regierungsführung und wirtschaftliche Transparenz zu stärken. Eine starke, unabhängige Zivilgesellschaft ist dabei unverzichtbar – ihr Schutz und ihre aktive Beteiligung an Friedensprozessen müssen im Zentrum jeder Strategie stehen.

Nur durch ein kohärentes, politisches und langfristiges Engagement kann die EU zu einer gerechten und nachhaltigen Lösung des Konflikts beitragen.

Das Statement ist auf Französisch und Englisch veröffentlicht worden.