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Burundi–DR Kongo: Ein Krieg mit vielen Facetten
Der anhaltende Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat zu einem starken Zustrom von Geflüchteten nach Burundi geführt. Ein massiver Flüchtlingszug mit spürbarer humanitärer Katastrophe, Grenzschließungen, gegenseitige Anschuldigungen und Druck aus den USA prägen die Lage. Der jüngste Wendepunkt ist der angekündigte „Rückzug“ der AFC/M23 aus der Stadt Uvira. Inzwischen hat das UNHCR für Burundi den Notstand der Stufe 2 ausgerufen und veranschlagt einen Finanzbedarf von 33 Millionen US-Dollar.
Besonders betroffen ist die Provinz Rumonge, wo seit dem 11. Dezember mehr als 10.000 kongolesische Geflüchtete aufgenommen wurden. Die vorhandenen Transitzentren, das Stadion und der Hafen von Rumonge sind überfüllt. Auch das Transitzentrum Makombe überschreitet seine Kapazität deutlich und beherbergt rund 2.000 Menschen statt der vorgesehenen 500.
Die Versorgungslage ist angespannt. Viele Geflüchtete leben ohne ausreichende Unterkünfte, Trinkwasser, Lebensmittel oder sanitäre Einrichtungen. Besonders Kinder leiden unter Krankheiten wie Durchfall, Atemwegsproblemen und Dehydrierung; die Kinderstation des Krankenhauses von Rumonge ist stark belastet.
Lokale Behörden und Hilfsstrukturen sind überfordert. Das Rote Kreuz von Burundi leistet medizinische Ersthilfe, doch der Bedarf übersteigt die vorhandenen Mittel über weites. Die Gemeindeverwaltung ruft humanitäre Organisationen zur Unterstützung auf und fordert das UNHCR auf, die Flüchtlinge in reguläre Lager zu verlegen.
Erste Entlastungsmaßnahmen haben begonnen: Geflüchtete werden per Bus vom Stadion in Rumonge nach Bweru in der Provinz Buhumuza gebracht, um die überlasteten Aufnahmeorte zu entlasten.
Der Artikel ist auf Französisch bei iwacu erschienen.