The COVID-19 Lockdown Food That Never Reached

The COVID-19 Lockdown Food That Never Reached

Seit dem 18. Januar gilt in der ruandischen Hauptstadt Kigali ein erneuter Lockdown über 15 Tage. Diese von der Regierung verhängte Ausgangssperre soll dazu beitragen, die Verbreitung neuer Covid-Fälle im Stadtgebiet zu kontrollieren. In der letzten Zeit waren in Kigali wieder vermehrt Fälle gemeldet worden. In den anderen Regionen des Landes gilt lediglich eine nächtliche Ausgangssperre. In Kigali sind viele wirtschaftliche Sektoren von dem Lockdown stark betroffen, u. a. die Textilbranche, der Bau sowie die Friseur- und Kosmetikbranche.

Mit dem neuerlichen Lockdown steigt bei vielen Einwohner Kigalis auch die Angst vor einer erneuten Lebensmittelknappheit. Bereits im letzten zwei-monatigen Lockdown von Mitte März bis Mai 2020 benötigten viele Haushalte direkte Lebensmittelhilfen. Allerdings zeigen Daten der Regierung, dass viele Essensrationen die Menschen in Kigali, aber auch in anderen Regionen des Landes während des letzten Lockdowns nicht erreichten. Die Verantwortung dafür ist laut dem Artikel neben der ruandischen Regierung zum Teil auch lokalen Autoritäten zuzuschreiben, die logistische Probleme bei der Verteilung hatten oder in einigen Fällen die Lebensmittel für sich selbst horteten. In Kibenga, am nördlichen Rand Kigalis, wurden mehrere Dorfvorsteher aufgrund solcher Vorwürfe von der Polizei festgenommen.

Laut dem Artikel gab es in vielen Regionen Ruandas im Laufe des Jahres 2020 Probleme mit der Lebensmittellogistik und -versorgung. Zudem erhöhen steigende Lebensmittelpreise dabei den finanziellen Druck auf Haushalte, die sich bereits vor der Pandemie in einer schwierigen Situation befanden. Plänen der Regierung zufolge werden benötigte Essenslieferungen an mehr als 200.000 Haushalte in Kigali bei einem neuen anhaltenden Lockdown für möglich gehalten, das beträfe 57 Prozent der Haushalte in der Hauptstadt. Im letzten Lockdown hatten nach Regierungsangaben allerdings nur 55.000 Haushalte Essensrationen bekommen, also nur knapp ein Viertel der Haushalte Kigalis. Der Bürgermeister Kigalis kündigte für den neuen Lockdown einen Plan für Essensverteilungen an 70.000 Einwohner/-innen an.

Im Kontext der Lebensmittelknappheit konstatiert der Artikel auch Einschnitte bei der Pressefreiheit. Demnach wurden drei Youtuber-Teams während des letztjährigen Lockdowns festgenommen, als sie Interviews mit Einwohnern und Einwohnerinnen bezüglich der Essenslieferungen durchführen wollten. Eines der Teams ist immer noch inhaftiert.

Der ruandische Präsident, Paul Kagame, hatte im Dezember mitgeteilt, dass über 5.000 Tonnen an Lebensmitteln während der Pandemie 2020 im ganzen Land verteilt worden seien. Dieses Essen stammte aus nationalen Reserven, von privaten Spendern und Spenderinnen oder von NGOs.

Den Artikel zur Meldung finden Sie unter diesem Link

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Erscheinungsdatum

29 Januar 2021

Themen

Armut, Regierung, Verhaftung, Wirtschaft