Korruptionsprozess im Kongo: Der Richter ist tot

Korruptionsprozess im Kongo: Der Richter ist tot

Rahpael Yanyi, der Richter, der den Korruptionsprozess wegen Veruntreuung von Geldern in Millionenhöhe in der DR Kongo leitete, ist vergangene Woche plötzlich verstorben. Einen natürlichen Tod bezweifeln viele. Nun wird darüber gerätselt, was die Todesursache war und ob er durch eine Mundschutzmaske vergiftet worden sein kann.

Yanyi leitete den wohl spektakulärsten Korruptionsprozess gegen Tshisikedis Kabinettchef Vital Kamerhe und eine Reihe weiterer hochrangiger Personen - Geschäftsleute und Behördenchefs -, die wegen der angeblichen Veruntreuung von etwa 50 Millionen Dollarn in Untersuchungshaft sitzen. Kamerhe war für die Umsetzung des 100-Tage-Infrastrukturprogramms von Präsident Tshisekedi verantwortlich war. Es geht um vom Staat bezahlte, aber nie gebaute Straßen und Häuser - in erster Linie Sozialwohnungen.

Die ersten beiden Anhörungen fanden auf dem Gelände des Zentralgefängnisses von Makala statt, wo Vital Kamerhe und einer seiner Mitangeklagten, der libanesische Unternehmer Jammal Samih, seit Anfang April in Untersuchungshaft sitzen.
Die Anhörungen wurden live auf dem staatlichen Fernsehsender RTNC übertragen und eine Fortsetzung auf den 3. Juni vertagt.

Nun ist Yanyi tot. Dass er während des Prozesses aufgefordert wurde, seine Mundschutzmaske zu wechseln und bei Einlieferung ins Krankenhaus über starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz klagte, befeuert die Gerüchte um eine Vergiftung und es wird von vielen Seiten eine externe Überprüfung der Todesursache gefordert.

Artikel dazu finden Sie hier auf Deutsch sowie unter diesen Link auf Französisch.

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Erscheinungsdatum

02 Juni 2020

Themen

Korruption, Justiz