Tote bei Protesten in Kongo: Explodierte Gerüchteküche

Tote bei Protesten in Kongo: Explodierte Gerüchteküche

Der Auslöser für die schweren Unruhen in Goma am vergangenen Montag, 20.12., war wohl das Gerücht, dass nun auch die ruandische Armee in die Sicherheitskonflikte im Ostkongo eingreifen soll.

So soll angeblich eine gemeinsame Polizeikommandozentrale der DR Kongo und Ruandas in Goma eingerichtet werden, um die angespannte Sicherheitslage zu beruhigen. Nachdem Ende November bereits die ugandische Armee zur Unterstützung im Kongo einmarschiert war, reagierte die kongolesische Zivilgesellschaft umso erzürnter auf dieses Gerücht. Die kongolesisch-ruandischen Beziehungen sind in der Bevölkerung ein heikles Thema, trotz wiederholter Dementi der Regierung, heizte sich die Situation am Montag entsprechend schnell auf. Ursprünglich war laut den Organisatoren nur ein friedlicher Generalstreik gewesen, daraus wurde jedoch eine Gewalteskalation mit mehreren Toten. Die Polizei geht davon aus, dass Milizen die Demonstrationen infiltriert hätten und so für eine weitere Anspannung der Situation gesorgt hätten. Der Politikwissenschaftler Mova Kisuhghu kritisierte, dass die Behörden nicht entschieden genug auf das Gerücht reagiert und die Bevölkerung unzureichend informiert hätten.

Den vollständigen Bericht der Taz finden Sie hier.

Auch die ruandische Polizei dementierte am Dienstag, dass auch nur ein einziger ruandischer Polizist im Kongo stationiert sei. Dies sei auch nicht geplant und nicht Teil der Polizeikooperation zwischen Ruanda und der DR Kongo. Die Lage in Goma hatte sich am gestrigen Dienstag, 21.12., bereits weitgehend beruhigt, Schulen und Geschäfte sind wieder geöffnet.

Die Meldungen hierzu auf Englisch und Französisch finden Sie hier und hier.
 

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Erscheinungsdatum

22 Dezember 2021

Themen

Demonstrationen, Unruhen, Sicherheitslage, Zivilgesellschaft