- Internationale Politik
DR Kongo: USA verhängen neue Sanktionen gegen Führungspersonen von AFC/M23 und FDLR
Drei Monate nach den Sanktionen gegen die ruandische Armee RDF hat die amerikanische Regierung am 4. Juni 2026 erneut Sanktionen verhängt - diesmal gegen zwei Einzelpersonen aus den Führungsstrukturen bewaffneter Gruppen im Osten der DR Kongo. Betroffen sind John Imani Nzenze, Geheimdienstchef der AFC/M23 und enger Vertrauter von Militärkommandant Sultani Makenga, sowie Gustave Kubwayo, Kommandeur einer Geheimdiensteinheit der FDLR. Beide Organisationen standen bereits auf der US-Sanktionsliste, die neuen Maßnahmen richten sich nun gezielt gegen ihre Befehlsketten.
US-Finanzminister Scott Bessent begründete die Sanktionen mit zwei Argumenten: Die bewaffneten Gruppen verschlimmerten die humanitäre Krise in der Region und bedrohten amerikanische Interessen. Konkret im Blick haben die USA dabei das Bergbaugebiet Rubaya, wo in großen Mengen Coltan abgebaut wird, die Washington im Rahmen der Washington-Abkommen mit der kongolesischen Regierung erschließen will.
Die Sanktionen sollen zugleich eine Botschaft an die Regierungen Ruandas und der DR Kongo senden: An Ruanda, weil die M23 weiterhin von der ruandischen Regierung unterstützt wird, und an die DR Kongo, weil die USA erwarten, dass die DR Kongo die Kooperation mit der FDLR beendet und militärisch gegen sie vorgeht.
Der Artikel ist auf Französisch bei rfi erschienen.