- Konflikt
Osten der DR Kongo: erstmals Gefangene an AFC/M23 überstellt
Der Transfer der fünfzehn Männer an die AFC/M23 ist das Ergebnis eines seit Monaten stockenden Prozesses. Ein vertrauliches Protokoll von Montreux sollte bereits im April die Übergabe von mehreren Tausend FARDC‑Soldaten regeln, doch juristische, politische und logistische Hindernisse blockierten die Umsetzung. Ein erster Austauschtermin am 28. April scheiterte trotz vorhandener Listen und individueller Einwilligungen, weil die kongolesische Regierung das notwendige Freigabesignal nicht gab.
Die fünfzehn Männer befanden sich seit Wochen in Beni, bevor am 6. August ein Konvoi über Uganda nach Rutshuru aufbrach, wo sie am 7. August der AFC/M23 übergeben wurden. Es handelt sich nicht um hochrangige Gefangene. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) beschreibt die Operation als komplex, unter anderem wegen zweier Grenzübertritte und zusätzlicher Ebola‑Schutzmaßnahmen, betont aber den menschlichen Aspekt und hofft auf weitere Transfers. Trotz dieses technischen Erfolgs bleiben zentrale Mechanismen wie die Waffenruhe‑Überprüfung blockiert, und das Vertrauen zwischen den Konfliktparteien ist weiterhin fragil.
Der Artikel ist auf Französisch bei RFI Afrique erschienen.