Ruanda: Exil-Oppositioneller Robert Kabera tot aufgefunden

Robert Kabera, der zunächst als Unteroffizier in der ruandischen Armee diente, wurde nach seinem Ausscheiden zu einem immer schärferen Kritiker der Regierung und insbesondere von Präsident Paul Kagame. Auf seinem YouTube-Kanal mit 144.000 Abonnent:innen thematisierte er die Menschenrechtslage in Ruanda und unterstützte unter anderem die inhaftierten Oppositionspolitikerin Victoire Ingabire. 

Im Jahr 2020 floh er nach Uganda. Kurz nach seiner Flucht wurde er in Ruanda als flüchtig eingestuft. Militärstaatsanwälte beschuldigten ihn, eine Beziehung zu einer Minderjährigen unterhalten zu haben. Kabera wies die Vorwürfe stets zurück. Sein Bruder berichtet, dass er auch in Uganda von ruandischen Behörden verfolgt worden sei und dort bereits mehrere Mord- und Entführungsversuche überlebt habe. Zudem sei im November 2022 seine zweite Ehefrau entführt worden. 

In der Vergangenheit starben bereits mehrere ruandische Regimekritiker im Ausland unter teils ungeklärten Umständen. So wurde 1998 in Mosambik ein ehemaliger Leutnant erschossen, dem die Unterstützung der ruandischen Opposition vorgeworfen wurde. 2021 fiel in Südafrika ein Funktionär einer ruandischen Oppositionspartei einem Anschlag zum Opfer. Auch die beiden Mitbegründer der Oppositionsorganisation „Rwanda National Congress“ (RNC) wurden im Exil zur Zielscheibe von Angriffen: Einer von ihnen wurde 2014 in Südafrika erwürgt, während der andere mehrere Mordversuche überlebte. 

Der Artikel ist auf Französisch bei Jeune Afrique erschienen.

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