Coltan aus der DR Kongo in globalen Lieferketten

In einer einjährigen Untersuchung hat die Menschenrechtsorganisation Global Witness den Weg von Coltan aus dem Osten der DR Kongo bis in globale Lieferketten verfolgt. Im Mittelpunkt stehen die Rubaya-Minen in Masisi, die rund 15 Prozent der weltweiten Produktion des aus Coltan gewonnenen Metalls Tantal ausmachen und seit April 2024 unter Kontrolle der bewaffneten Gruppe AFC/M23 stehen. Seitdem sind laut UN-Schätzungen mindestens 1.400 Tonnen Coltan nach Ruanda geschmuggelt worden. Ruandas offizielle Coltan-Exporte haben sich zwischen 2021 und 2025 mehr als verdoppelt.

Das Schmuggelsystem funktioniert durch die Unterwanderung des größten weltweiten Regulierungssystems zur Nachverfolgung und verantwortungsvollen Beschaffung von u.a. Tantal, ITSCI. Händler:innen berichten, dass Exportfirmen in Kigali Identifizierungskennzeichen von ITSCI auf geschmuggeltes kongolesisches Coltan kleben, das damit als ruandisch gilt. Ruandische Behörden sind laut Zeugenaussagen vollständig über die Vorgänge informiert und haben in zwei Jahren kein einziges Mal Schmuggelware beschlagnahmt. Von Ruanda gelangt das Coltan über Häfen in Tansania und Kenia vor allem zu Schmelzen in China, Kasachstan und Thailand, die es zu Tantal verarbeiten. Am Ende der Kette stehen internationale Markennamen wie Microsoft, Apple, Amazon, Sony, Vodafone, Samsung, Toyota und Ericsson.

Global Witness fordert Unternehmen auf, Coltan aus Ruanda vorerst nicht mehr zu kaufen, und appelliert an die internationale Gemeinschaft, insbesondere die EU und USA, Militärexporte nach Ruanda auszusetzen und Entwicklungshilfe an das Ende der M23-Unterstützung zu knüpfen.

Der Bericht ist auf Englisch bei Global Witness erschienen.