Burundi: Kraftstoffknappheit und Privilegien an der Zapfsäule

Burundi leidet seit Jahren unter einer anhaltenden Kraftstoffknappheit, die den Alltag der Bevölkerung und die nationale Wirtschaft belastet. Zur gerechteren Verteilung von Erdölprodukten wurde im Februar 2024 die staatliche Société pétrolière du Burundi (Sopebu) gegründet. Dennoch sorgt das derzeitige Versorgungssystem für Kritik und Unmut.

Bestimmte Gruppen erhalten Kraftstoff an ausgewählten Tankstellen nach einem festen Zeitplan und müssen sich dort nicht in die langen Warteschlangen einreihen, denen andere Verbraucher:innen ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem Beschäftigte verschiedener Ministerien, der Zentralbank, der Steuerbehörde, Geschäftsbanken und internationaler Organisationen. Die Sopebu hat bislang keine öffentlich zugänglichen Kriterien für die Auswahl dieser Begünstigten vorgelegt.

Besonders Taxifahrer:innen kritisieren die Regelung. Sie berichten, teilweise über Monate keinen Kraftstoff an regulären Tankstellen erhalten zu haben und deshalb auf den Schwarzmarkt ausweichen zu müssen. Dabei sehen sie sich als wichtigen Teil des öffentlichen Verkehrs.

Auch Privatpersonen beklagen eine bevorzugte Versorgung sogenannter "VIPs". Die Sopebu äußerte sich auf Anfrage von Iwacu nicht zu den Vorwürfen. Damit bleibt die Frage nach den Kriterien und der Transparenz des Kraftstoffverteilungssystems offen.

Der Artikel ist auf Französisch bei IWACU erschienen. 

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