DR Kongo: Flughafen von Goma bleibt ein Jahr nach Einnahme der M23 weiterhin geschlossen

Ende Januar 2025 kam es in Goma zu schweren Kämpfen, in deren Folge die Stadt von den AFC/M23 eingenommen wurde. Der internationale Flughafen der Provinzhauptstadt wurde geschlossen und befindet sich seither unter Kontrolle der M23. Laut lokalen Quellen ist die Infrastruktur stark beschädigt: Der Kontrollturm wurde zerstört, das Gelände weder instand gehalten noch von Minen geräumt.

Die Schließung des Flughafens erschwert die Verbindung zwischen Goma und Kinshasa erheblich. Reisende müssen entweder über Ruanda ausreisen und anschließend über Kenia oder Uganda weiterfliegen – direkte Flüge zwischen Kigali und Kinshasa wurden eingestellt – oder eine mehr als zwölfstündige Fahrt nach Beni auf sich nehmen, um von dort einen Flug zu erreichen.

Humanitäre Organisationen warnen vor den Folgen. Jérôme Kouachi von UNICEF betont, dass der Flughafen ein zentraler Zugangspunkt für Hilfslieferungen sei und seine Schließung die humanitäre Versorgung deutlich verlangsamt habe. Die Regierung in Kinshasa kritisiert den Widerstand der M23 gegen eine Wiedereröffnung und stellt klar, dass nur die kongolesischen Behörden über den Flugbetrieb entscheiden können, insbesondere für humanitäre Flüge in Abstimmung mit der UN.

Gleichzeitig weisen lokale Expert:innen darauf hin, dass die Bevölkerung derzeit eher Zugang zu Finanzdienstleistungen und Bankinfrastruktur benötigt als die Wiederaufnahme kommerzieller Flüge. Die Debatte um den Flughafen ist Teil eines Machtkampfs zwischen der Regierung in Kinshasa und der M23. Vor seiner Schließung erwirtschaftete der Flughafen täglich rund 25.000 US‑Dollar – Einnahmen, die Kinshasa ungern der M23 überlassen will.

Der Artikel ist auf Französisch bei rfi erschienen.

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