DR Kongo: Proteste der Opposition gegen Verfassungsänderung enden in Gewalt

Am 12. Juni 2026 rief die Oppositionskoalition C64 zu einem Sit-in vor dem Parlament in Kinshasa auf. Drei Tage zuvor wurde das Referendumsgesetz verabschiedet, das den Weg für eine mögliche dritte Amtszeit von Präsident Tshisekedi ebnen könnte. Die Provinzbehörden hatten den Zugang zum Parlament verboten und einen großen Polizeieinsatz angeordnet. Die Opposition entschied sich dennoch, die Protestaktion vor dem Parlament wie geplant durchzuführen.

Bereits vor Beginn des Marsches kam es zu ersten Auseinandersetzungen: Mitglieder der sogenannten "Force du progrès", Gruppierungen, die der Regierungspartei UDPS nahestehen, griffen Oppositionsmitglieder an. Als der Marsch schließlich in Richtung Parlament aufbrach, löste die Polizei die Demonstration gewaltsam unter Schüssen und Einsatz von Tränengas auf. Der Oppositionspolitiker Martin Fayulu sprach von zwei Toten und zahlreichen Verletzten.

Es handelt sich um die erste gewaltsame Konfrontation zwischen Sicherheitskräften, Regierungsanhänger:innen und Oppositionellen in diesem Verfassungsstreit. Die Opposition, die das Parlament seit Wochen boykottiert, setzt nun auf Straßenproteste als Druckmittel. Auch der wegen seiner Verbindungen zur M23 zum Tode verurteilte Ex-Präsident Kabila rief am Vortag zu einem "Erwachen" gegen die Reform auf. Die Regierung hingegen bekräftigte den Entschluss, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Der Artikel ist auf Französisch bei JeuneAfrique erschienen.

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