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DR Kongo: Strategische Coltan-Minen immer noch unter der Kontrolle der M23
Die M23 kontrolliert weiterhin mehrere strategisch wichtige Minen im Osten der DR Kongo. Dazu gehören auch die Minen von Rubaya, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Goma, die zwischen 15 und 20 % des weltweiten Coltan Vorkommens liefern. Diese Ressourcen finanzieren maßgeblich den Krieg in der Region.
Die M23 erhebt gravierende Steuern auf die geförderten Mineralien: Sie verlangt 50 000 kongolesische Franken pro Tag und pro Schacht von den Arbeiter:innen, die Tag und Nacht die Hügel von Rubaya erklimmen und nach wertvollen Coltan Fragmenten suchen. Nach der Förderung wird das Coltan an Händler:innen verkauft, die ebenfalls Gebühren an die M23 zahlen. Anschließend wird es über Goma nach Ruanda geschmuggelt. Dort werden die Mineralien mit anderen Chargen vermischt, wodurch ihre Herkunft kaum noch nachverfolgbar ist. Die International Tin Supply Chain Initiative (ITSCI) weist auf systematische Betrugspraktiken hin, da Ruandas offizielle Produktionszahlen stabil bleiben, während die internationalen Exporte – insbesondere von Tantal – stark ansteigen.
Laut Jean-Pierre Okenda, Direktor der kongolesischen NGO La Sentinelle des ressources naturelles, „bleibt Rubaya das Epizentrum dieses Krieges und ermöglicht eine ausreichende Versorgung der M23 und natürlich auch Ruandas“.
Die Coltan-Minen von Rubaya stehen inzwischen auf der Liste der Projekte, die die DR Kongo den Vereinigten Staaten im Rahmen eines Abkommens über strategische Mineralien vorgeschlagen hat. Doch nach Ansicht mehrerer Expert:innen wird Ruanda ohne solide Garantien kaum auf die Ausbeutung dieser Ressourcen verzichten.
Der Artikel ist auf Französisch bei rfi erschienen.
In einem Interview mit rfi beschreibt Mickaël Daudin, Direktor der ITSCI, wie die anhaltende Kontrolle der M23 über Rubaya zu fortgesetztem Bergbau, zunehmendem Schmuggel und dokumentierten Betrugsfällen – insbesondere in Richtung Ruanda – führt. Er warnt, dass der Zusammenbruch verantwortungsvoller Lieferketten fünfzehn Jahre Fortschritte gefährdet und wirtschaftliche Projekte ohne Sicherheit und Einbindung lokaler Gemeinschaften zum Scheitern verurteilt sind.