DR Kongo und Ruanda unterzeichnen Abkommen in Washington während Kämpfe in Süd-Kivu andauern

Am 4. Dezember 2025 haben die Präsidenten von Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo, Paul Kagame und Félix Tshisekedi, in Washington ein Abkommen unterzeichnet, das unter Vermittlung des US-Präsidenten Donald Trump zustande gekommen ist. Die Vereinbarung wurde bei einer offiziellen Zeremonie verkündet, bei der Trump den Abschluss als diplomatischen Erfolg präsentierte und wirtschaftliche Vorteile für alle Beteiligten betonte. Während Trump den Moment als Triumph inszenierte, äußerten sich Kagame und Tshisekedi zurückhaltender. Das Abkommen basiert auf Gesprächen, die bereits im Juni begonnen hatten.

Konkret gliedert sich das Abkommen in drei Hauptkomponenten. Der erste Teil umfasst Maßnahmen zur Beendigung der Feindseligkeiten, darunter ein Waffenstillstand, ein Abrüstungsprogramm, die Rückkehr von Vertriebenen sowie die juristische Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen. Der zweite Teil sieht einen regionalen Rahmen für wirtschaftliche Integration vor, mit dem Ziel, durch wirtschaftliche Zusammenarbeit die Stabilität in der Region zu fördern. Der dritte Teil betrifft bilaterale Abkommen zwischen den USA und den beiden zentralafrikanischen Staaten zur Nutzung strategischer Mineralien, die insbesondere in der DR Kongo in großer Menge vorhanden sind und für industrielle Anwendungen von hoher Bedeutung sind.

Trotz des Abkommens, kommt es seit mehreren Tagen in der Provinz Süd-Kivu im Osten der DR Kongo zu intensiven Kämpfen zwischen der bewaffneten Gruppe M23, unterstützt von Ruanda, und der kongolesischen Armee, die ihrerseits von Milizen unterstützt wird. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, den im Rahmen einer parallelen Vermittlung in Doha vereinbarten Waffenstillstand zu verletzen. Unabhängige Quellen konnten bislang keine verlässlichen Opferzahlen bestätigen. 

Der Artikel ist auf Französisch bei Le Monde erschienen.

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Für einen detaillierten Einblick in die Inhalte des Abkommens siehe auch den Artikel von RFI, der die konkreten Vereinbarungen zusammenfasst: Sie beinhalten einen regionalen Rahmen zur transparenten Organisation der Lieferketten für strategische Mineralien, gemeinsame Energie- und Infrastrukturprojekte wie Ruzizi III und den Lobito-Korridor, sowie Kooperationen in den Bereichen Naturschutz, Tourismus und Gesundheit.

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