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Ruanda: Eugène Rwamucyo in Berufungsinstanz zu 27 Jahren Haft verurteilt
Die Berufungsinstanz in Paris hat am 17. Juli 2026 das Urteil gegen den ruandischen Arzt Eugène Rwamucyo bestätigt. Er wurde wegen Beihilfe zum Völkermord an den Tutsi und zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 27 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Bereits 2024 war in erster Instanz dasselbe Strafmaß verhängt worden.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stand Rwamucyos Rolle während des Völkermords in Ruanda 1994, insbesondere seine Beteiligung an der Organisation und Überwachung der Bestattung von Opfern in der Region Butare. Die Verteidigung wies die Vorwürfe zurück und kritisierte das Urteil scharf. Auch Rwamucyos Tochter zeigte sich nach der Urteilsverkündung enttäuscht.
Die Nebenkläger begrüßten die erneute Verurteilung hingegen als wichtigen Schritt zur Anerkennung der während des Völkermords begangenen Verbrechen und zur Aufarbeitung. Rwamucyo hat zehn Tage Zeit, gegen das Urteil Rechtsmittel beim Kassationsgericht einzulegen.
Der Artikel ist auf Französisch bei RFI Afrique erschienen.