Ruanda nimmt im Rahmen eines Abschiebungsabkommens sieben Personen aus den USA auf

Im Rahmen eines Abkommens mit den USA hat Ruanda Mitte August sieben aus den USA abgeschobene Personen aufgenommen. Wie Regierungssprecherin Yolande Makolo mitteilte, haben drei der Betroffenen den Wunsch geäußert, in ihre Heimatländer zurückzukehren, während vier in Ruanda bleiben und sich dort ein neues Leben aufbauen möchten. Die Neuankömmlinge werden von einer internationalen Organisation untergebracht und erhalten Unterstützung durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) sowie ruandische Sozialdienste.

Die Vereinbarung ist Teil einer breiteren Strategie der Trump-Regierung, Migrant:innen auch in sogenannte Drittländer wie den Südsudan oder Eswatini abzuschieben, wenn ihre Herkunftsstaaten eine Rücknahme verweigern. Menschenrechtsorganisationen kritisieren dieses Vorgehen scharf und warnen, dass Betroffene Gefahr laufen könnten, in unsichere Verhältnisse zurückzukehren oder Opfer von Misshandlungen zu werden.

Ruanda wiederum verteidigt das Abkommen. Man habe zugestimmt, „weil fast jede ruandische Familie die Härten der Vertreibung erlebt hat“, so Makolo. Das Land wolle den Betroffenen Perspektiven durch Unterkunft, Gesundheitsversorgung und Schulungen eröffnen. Beobachter:innen hingegen vermuten, dass die ruandische Regierung neben finanziellen Vorteilen auch politische Motive verfolge – etwa mit Blick auf die laufenden Friedensverhandlungen zur Krise in der DR Kongo, in denen Ruanda durch sein Engagement eine stärkere Rolle beanspruchen könne.

Ruanda hatte sich bereits zuvor international an solchen Migrationsdeals beteiligt, darunter das 2022 geschlossene, aber inzwischen gekündigte Abkommen mit Großbritannien. Während Kigali sich als stabiler Partner mit moderner Infrastruktur präsentiert, werfen Menschenrechtsorganisationen Präsident Paul Kagame und seiner Regierung autoritäre Praktiken, Unterdrückung der Pressefreiheit und den Druck auf politische Dissidenten vor.

Der Artikel ist auf Englisch bei the guardian erschienen. 

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