- Internationale Politik
Ruanda: US-Sanktionen gegen die RDF haben Auswirkungen auf den Profisport
Die US-Sanktionen auf die ruandische Armee haben auch Auswirkungen auf den Profisport: Im März 2026 zog sich das ruandische Basketballteam APR (Armée Patriotique Rwandaise Basketball Club) aus der Basketball Africa League (BAL) zurück. Grund dafür sind die im März 2026 verhängten US-Sanktionen. Da die ruandische Armee (RDF) Geldgeber und Besitzer der APR ist und die BAL unter dem Dach der amerikanischen National Basketball Association (NBA) operiert, hätte die weitere Teilnahme eines von der RDF finanzierten Teams das Risiko geschaffen, dass die Liga potenziell gegen den vorgesehenen Sanktionsrahmen verstößt.
Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit auf die langjährige und enge Partnerschaft zwischen der NBA und Ruandas Präsident Paul Kagame. Seit 2015 hat die NBA ihre Beziehungen zu Ruanda kontinuierlich ausgebaut: Ruanda erhielt die Ausrichtungsrechte für die erste BAL-Saison 2021, die ehemalige Leiterin des Rwanda Development Boards (RDB), Claire Akamanzi, wurde 2023 zur CEO von NBA Africa ernannt, und das RDB schloss im Rahmen seiner Marketingkampagne “Visit Rwanda” Sponsoringverträge mit der Basketballmannschaft Los Angeles Clippers sowie den Fußballmannschaften Paris Saint-Germain und Atlético Madrid ab.
Kritiker:innen weisen seit langem darauf hin, dass die Partnerschaft der NBA mit Ruanda dazu führt, dass dem ruandischen Präsidenten internationale Sichtbarkeit zukommt, während ihm zugleich Menschenrechtsverletzungen im Inland und militärische Interventionen in der DR Kongo vorgeworfen werden. Solange die Sanktionen jedoch auf die Armee beschränkt bleiben und keine weiteren Sektoren Ruandas betreffen, plant die NBA offenbar keine grundsätzliche Neuausrichtung ihrer Ruanda-Strategie.
Der Artikel ist auf Englisch bei The Guardian erschienen.