- Menschenrechte
ACAT-Burundi veröffentlicht Jahresbericht 2025 – Menschenrechtslage bleibt besorgniserregend
Zehn Jahre nach der politischen Krise von 2015 beschreibt der Jahresbericht der burundische Menschenrechtsorganisation ACAT-Burundi eine weiterhin besorgniserregende Menschenrechtslage: Willkürliche Verhaftungen, Folter, Entführungen und außergerichtliche Tötungen gehören zum Alltag vieler Menschen in Burundi, während die Verantwortlichen nahezu immer straflos bleiben. Als Haupttäter:innen werden Sicherheitskräfte, der Geheimdienst SNR sowie die Imbonerakure, die Jugendmiliz der Regierungspartei, benannt.
Besonders gravierend ist die Lage in den burundischen Gefängnissen. Mit 12.749 Inhaftierten bei einer offiziellen Kapazität von 4.294 Plätzen liegt die Belegungsrate bei fast 300 Prozent. Einrichtungen wie das Gefängnis Muramvya beherbergen inzwischen fast zehnmal so viele Insassen wie vorgesehen. Hier sind die Gefangenen mangelhafter Ernährung, fehlender medizinische Versorgung, systematischer Korruption sowie unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt.
Der Bericht macht deutlich, dass diese Missstände Ausdruck eines Systems sind, in dem politische Gegner:innen, Menschenrechtsverteidiger:innen und Journalist:innen gezielt eingeschüchtert werden. Das Wahljahr 2025 hat diese Dynamik noch verschärft.
Im ACAT-Burundi wird die burundische Regierung aufgefordert, politische Gefangene freizulassen und gerichtliche Entscheidungen zu respektieren. Die Organisation appelliert zudem an die internationale Gemeinschaft, die UN-Gremien und Partner Burundis, die Menschenrechtslage im Land weiterhin aufmerksam zu verfolgen und Initiativen zu unterstützen, die Gerechtigkeit und den Schutz von Opfern fördern und auf die Stärkung des Rechtsstaats abzielen.
Der Bericht ist auf Französisch bei ACAT-Burundi erschienen.