Bericht von Amnesty International: Allied Democratic Forces verüben Kriegsverbrechen im Osten der Demokratischen Republik Kongo

Der im Mai 2026 von Amnesty International veröffentlichte Bericht dokumentiert schwerste Verbrechen der bewaffneten Gruppe Allied Democratic Forces (ADF) im Osten der Demokratischen Republik Kongo, insbesondere in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri. Die Recherchen umfassen Interviews mit 71 Personen, darunter 45 direkte Überlebende von Angriffen und Entführungen.

Die ADF, die sich 2019 dem Islamischen Staat angeschlossen haben und als Islamischer Staat Zentralafrika agiert, greifen systematisch Dörfer, Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen an. Exemplarisch steht das Massaker vom September 2025 im Dorf Ntoyo, bei dem sich Kämpfer unerkannt unter Trauergäste mischten und mehr als 60 Menschen töteten. Daneben entführt die Gruppe seit Jahren Zivilist:innen, drängt sie zur Zwangsarbeit und erpresst ihre Familien mit Lösegeldforderungen. Kinder werden bereits ab etwa zehn Jahren rekrutiert und als Kämpfer:innen, Träger:innen und Wachposten eingesetzt. Frauen und Mädchen werden in die Lager verschleppt, zwangsverheiratet und sexuell versklavt; Fluchtversuche werden mit dem Tod bestraft.

Amnesty wertet all diese Taten als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Bericht fordert die kongolesische Regierung und die internationale Gemeinschaft auf, den Schutz der Zivilbevölkerung zu stärken und Überlebende wirksam zu unterstützen. Dabei kritisiert Amnesty, dass die ADF trotz jahrelanger, massiver Gewalt kaum internationale Aufmerksamkeit erhalten.

Der Bericht ist auf Englisch bei Amnesty International erschienen.