DR Kongo: Gerät die Ebola‑Epidemie außer Kontrolle?

Die aktuell grassierende  Ebola‑Epidemie der Bundibugyo‑Variante stellt die kongolesischen Behörden vor immer neue Herausforderungen. In nur drei Monaten hat sie sich auf 55 Gesundheitszonen in sechs Provinzen ausgeweitet und über 2.500 Todesfälle bei 5.200 bestätigten Infektionen verursacht. Die WHO warnt, dass die Lage „weit davon entfernt ist, unter Kontrolle zu sein“, und spricht von der größten jemals in der DR Kongo registrierten Epidemie dieser Variante.

Die Symptome ähneln zunächst häufig anderen Krankheiten, was die Früherkennung erschwert. Da Erkrankte nur selten hämorrhagische Erscheinungen aufweisen, bewegen sich viele von ihnen weiterhin im Alltag, suchen spät medizinische Hilfe auf und tragen so zur schnellen Ausbreitung bei. Die klassische Ebola‑Strategie – Fälle identifizieren, isolieren, Kontakte nachverfolgen – reicht daher nicht mehr aus. Die Behörden müssen die Bevölkerung dazu bewegen, bereits bei ersten Symptomen medizinische Hilfe zu suchen. Parallel wurden Laborkapazitäten und Behandlungsmöglichkeiten rasch ausgebaut, doch die Mobilität der Bevölkerung, insbesondere in Bergbaugebieten, begünstigt die weitere Verbreitung.

Neben der öffentlichen Gesundheitsstrategie werden nun antivirale Behandlungen und Impfungen geprüft. Erste klinische Studien testen verschiedene antivirale Kombinationen, während untersucht wird, ob der gegen Ebola‑Zaïre eingesetzte Impfstoff Ervebo auch gegen Bundibugyo schützt. Erste Beobachtungen deuten auf mögliche Kreuzschutz‑Effekte hin, doch wissenschaftliche Belege stehen noch aus. Besonders das Gesundheitspersonal soll nun verstärkt geimpft werden. Insgesamt stehen rund 70.000 Impfdosen bereit, doch ob die Maßnahmen ausreichen, um die Ausbreitung des schwer erkennbaren Virus einzudämmen, bleibt offen.

Der Artikel ist auf Französisch bei Le Point erschienen. 

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