Bericht von Reporter ohne Grenzen: Wie es ist, Journalist:in in der Region der Großen Seen Afrikas zu sein

Der Bericht zeichnet ein düsteres Bild für Medienschaffende. Journalist:innen sind systematisch Gewalt durch Polizei und Sicherheitskräfte ausgesetzt, werden willkürlich inhaftiert und in einigen Fällen getötet. Neben physischer Bedrohung herrscht ein feindseliges rechtliches Umfeld: Gesetze schränken Pressefreiheit eher ein, als dass sie sie schützen, Regulierungsbehörden suspendieren Medien willkürlich, und ausländische Redaktionen unterliegen administrativer Kontrolle. Hinzu kommt eine prekäre wirtschaftliche Lage, wodurch Medienhäuser finanziell schlecht aufgestellt sind und stark von Werbeeinnahmen sowie internationaler Geberfinanzierung abhängig, was Korruption begünstigt und Selbstzensur fördert. 

Den dramatischsten Schwerpunkt bildet der bewaffnete Konflikt im Osten der DRC. Seit der Eskalation der Gewalt Anfang 2025 ist unabhängiger Journalismus in diesem Teil der DR Kongo nahezu unmöglich geworden. Die DR Kongo ist zum tödlichsten Ort für Journalist:innen in der gesamten Region geworden. Die M23 bestimmt, wie über den Krieg berichtet werden darf, wodurch nationale Medien blockiert wurden und bestimmte Themen tabuisiert sind, während Desinformation sich unkontrolliert verbreitet. Hunderte kongolesische Journalist:innen wurden ins Exil nach Burundi, Uganda und Tansania getrieben, wo sie unter schwierigen Umständen weiterberichten. 

Trotz alledem dokumentiert der Bericht bemerkenswerte Ansätze von Resilienz und Innovation. Exiljournalist:innen umgehen staatlich verordnetes Schweigen durch Fernberichterstattung. Regionale Netzwerke fördern Zusammenarbeit und Frieden unter Medienschaffenden, grenzüberschreitende investigative Kooperationen gewinnen an Bedeutung, und Initiativen zur Traumabewältigung sowie Faktenchecknetzwerke gegen Desinformation werden ausgebaut. 

Der Bericht ist auf Englisch bei Reporter without Borders erschienen.

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