Burundi: Journalistin Sandra Muhoza aus Haft entlassen

Die burundische Journalistin Sandra Muhoza (44), die für das Online-Medium La Nova Burundi arbeitet, verbrachte fast zwei Jahre in Haft, bevor sie im März 2026 vorläufig freigelassen wurde. Am 13. April 2026 reduzierte das Berufungsgericht ihr Urteil von vier Jahren auf sechs Monate – eine Strafe, die sie bereits vollständig abgesessen hatte. Vom schwereren Vorwurf der „Gefährdung der territorialen Integrität" wurde sie freigesprochen; nur der Vorwurf der „Rassenhass" blieb bestehen.

Anlass der Strafverfolgung waren Nachrichten, die sie in einer privaten WhatsApp-Gruppe für Journalisten geteilt hatte. Konkret handelt es sich um Berichte über eine angebliche Waffenverteilung der Regierung an Jugendliche der Regierungspartei. Ihr Anwalt bezeichnete die ursprüngliche Verurteilung als haltlos; ein Angehöriger kommentierte, sie habe „fast zwei sehr harte Jahre für eine Strafe von letztlich sechs Monaten" gesessen und fügte hinzu, in einem normalen Land würde man eine Entschädigung fordern, was in Burundi leider nicht der Fall sei.

Reporter ohne Grenzen (RSF) rief die burundischen Behörden auf, solche Angriffe auf die Pressefreiheit zu unterlassen. Burundi belegt im RSF-Pressefreiheitsindex 2025 Platz 125 von 180. Vor der politischen Krise 2015 galt das Land noch als eines der wenigen Staaten der Großen-Seen-Region mit einer freien und unabhängigen Presse – die wichtigsten unabhängigen Medien wurden während der Krise zerstört, ihre Journalisten ins Exil getrieben.

Der Artikel ist auf Französisch bei Jeune Afrique erscheinen.

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