- Nationale Politik
Burundi: Ndayishimiye als Präsidentschaftskandidat für 2027 nominiert
Der burundische Präsident Évariste Ndayishimiye wurde am 26. April 2026 auf einem außerordentlichen Parteitag der Regierungspartei CNDD-FDD in Gitega erwartungsgemäß als Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2027 nominiert. Als langjähriger Generalsekretär der seit 2005 regierenden Partei gilt er als Favorit.
Ndayishimiye übernahm die Präsidentschaft im Juni 2020 nach dem Tod seines Vorgängers Pierre Nkurunziza, dessen Regime er als Schlüsselfigur mitgeprägt hatte. Zu Beginn seiner Amtszeit entließ Ndayishimiye inhaftierte Journalist:innen und weckte damit Hoffnungen auf einen politischen Kurswechsel. Seither wird ihm jedoch vorgeworfen, oppositionelle Stimmen zunehmend zu unterdrücken. Reporter ohne Grenzen stuft Burundi auf Platz 125 von 180 Ländern in der Pressefreiheitsrangliste ein. Bei den Parlamentswahlen im Juni 2025 gewann der CNDD-FDD alle Sitze - die Opposition sprach von Wahlbetrug.
Die Nominierung stößt bei der Opposition auf scharfe Kritik. Der Sprecher der Oppositionspartei MSD erklärte, es werde keine Wahl nach internationalen Standards sein. Er verwies auf die besorgniserregende wirtschaftliche Lage des Landes und warnte, weitere sieben Jahre unter Ndayishimiye würden Burundi weiter verarmen lassen.
Der Artikel ist auf Französisch bei Jeune Afrique erschienen.