- Zivilgesellschaft
Burundi: Rückführung burundischer Geflüchteter aus Tansania trotz Sicherheitsbedenken
Am 30. April 2026 schloss Tansania das Flüchtlingslager Nduta im Nordwesten des Landes, das noch vor wenigen Monaten rund 60.000 Menschen beherbergte. Die burundische Menschenrechtsorganisation CDH/Vicar wirft den tansanischen Behörden vor, rund 3.000 der verbliebenen Flüchtlinge zwangsweise nach Burundi zurückgeführt zu haben.
Laut CDH/Vicar-Präsident Léopold Sharangabo wurden die Flüchtlinge in den vergangenen Monaten systematisch unter Druck gesetzt: Schulen und Krankenhäuser im Lager wurden geschlossen, den Bewohner:innen wurde verboten zu arbeiten und sie durften das Lager kaum noch verlassen.
Der UNHCR bezeichnete die Schließung offiziell als Teil des freiwilligen Rückführungsprogramms, räumte jedoch ein, bereits Bedenken gegenüber Zwangsrückführungen geäußert zu haben. Im November 2025 hatten 17.000 burundische Flüchtlinge erklärt, aus Sicherheitsgründen nicht zurückkehren zu können - darunter Oppositionsmitglieder, Menschenrechtsaktivist:innen und ehemalige Militärangehörige. Tansania und Burundi hatten ein Abkommen geschlossen, wonach bis Juni 2026 insgesamt 100.000 burundische Flüchtlinge zurückgeführt werden sollen. Das zweite noch verbliebene Lager, Nyarugusu, soll am 30. Juni 2026 ebenfalls geschlossen werden.
Der Artikel ist auf Französisch bei rfi Afrique erchienen.