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DR Kongo: M23 dringt in die strategische Stadt Uvira ein und stellt Friedensabkommen infrage
Die von Ruanda unterstützte M23 ist am Dienstag, den 9. Dezember, in die Vororte von Uvira eingedrungen, einer strategisch wichtig gelegenen Stadt im Osten der DR Kongo, die unmittelbar an der Grenze zum Nachbarland Burundi liegt. Damit wird ein unter der Schirmherrschaft Washingtons kürzlich ratifiziertes Friedensabkommen zwischen der DR Kongo und Ruanda infrage gestellt. Laut UN-Expert:innen wird die M23 von 6.000 bis 7.000 ruandischen Soldat:innen im Osten der DR Kongo unterstützt.
Die Offensive der M23 führte zu einer Massenflucht aus Uvira: Über 30.000 Menschen suchten binnen einer Woche Zuflucht in Burundi. Augenzeugen berichteten von chaotischen Zuständen, Plünderungen durch kongolesische Soldat:innen und dem Rückzug mehrerer hundert kongolesischer und burundischer Soldat:innen über die Grenze.
Die USA und mehrere europäische Länder forderten am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung die M23 und Kigali auf, ihre laufende Offensive „sofort“ zu beenden. Uvira liegt am Nordufer des Tanganyika-Sees gegenüber der burundischen Wirtschaftsmetropole Bujumbura; die beiden Städte sind etwa zwanzig Kilometer voneinander entfernt. Die Einnahme dieser Stadt durch die M23 verleiht der Krise eine regionale Dimension und stellt aus Sicht Burundis eine direkte Bedrohung dar, da sie das Land vollständig vom Gebiet der DR Kongo abschneidet.
Der Artikel ist auf Französisch bei Le Monde erschienen.