Uvira: Beisetzung von Oberst Patrick Gisore durch die Wazalendo unterbrochen

Die Beerdigung und Trauerfeier von Oberst Patrick Gisore und seiner Frau, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, wurde von bewaffneten Elementen, die sich auf die Wazalendo beriefen, gewaltsam unterbrochen. Augenzeugen berichten, dass die Zeremonie in Kilomoni gestoppt und Dutzende Banyamulenge in Mulongwe festgenommen oder in einer Kirche eingesperrt wurden.

Lokalen Quellen zufolge feuerten die Angreifer mit scharfer Munition auf die Trauergäste. In der Folge kam es zu Plünderungen: Fahrzeuge, Mobiltelefone, Geld und sogar kirchliches Eigentum wurden entwendet. „Sie haben das Auto von Alexis Rukatura geplündert und das von Sage zerstört“, berichtete ein Zeuge anonym.

Die Gründe für den Überfall waren unterschiedlich: Einige lehnten Gisore ab, weil er als „Ruander“ bezeichnet wurde, andere verwiesen darauf, dass einem FARDC-General zuvor keine militärischen Ehren zuteilgeworden waren. Vor allem aber stand der Vorwurf im Raum, die Banyamulenge seien Unterstützer der M23, die nach Ansicht mancher von Burundi aus gestärkt werde.

Mehr als zwei Stunden lang blieben zahlreiche Gemeindemitglieder in der Kirche eingeschlossen und baten vergeblich um Hilfe. Erst verspätet griff der FARDC-Kommandant in Uvira ein. Das Ausbleiben einer schnellen Reaktion der kongolesischen Armee und der in der Region stationierten burundischen Truppen löste in der Bevölkerung Besorgnis aus und warf Fragen nach Neutralität und Handlungsfähigkeit der Sicherheitskräfte auf.

Oberst Patrick Gisore hatte in der Region Punia (Maniema) gedient. Anstatt seine Beisetzung zum Moment der Einheit werden zu lassen, hat das Ereignis die ohnehin fragile Sicherheitslage im Osten der Demokratischen Republik Kongo weiter verschärft. Die Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen, historische Vorurteile gegenüber der Banyamulenge sowie Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen treten damit erneut offen zutage.

Der Artikel ist auf Französich bei SOS medias Burundi erschienen. 

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