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Human Rights Watch warnt vor erneuter Gefahr für Zivilist:innen durch Wazalendo-Kämpfer in Uvira
Seit dem Rückzug der M23 aus Uvira sind die Zivilist:innen erneut Übergriffen durch Wazalendo-Kämpfer ausgesetzt. Die M23 hatte die Stadt im Dezember 2025 eingenommen und dabei die Bevölkerung bedroht, belästigt und körperlich angegriffen. Dass die Gruppe Uvira am 18. Januar 2026 verließ und die kongolesischen Streitkräfte die Kontrolle übernahmen, bedeutet jedoch nicht automatisch mehr Sicherheit für die Bewohner:innen – einschließlich der Banyamulenge –, solange Fehlverhalten der Wazalendo geduldet oder unterstützt wird, warnt Clémentine de Montjoye, Seniorforscherin bei Human Rights Watch.
Human Rights Watch dokumentiert Berichte über Plünderungen in Häusern, Geschäften, Kirchen und öffentlichen Gebäuden durch Wazalendo-Kämpfer, darunter auch Übergriffe auf Banyamulenge. Zudem soll es seit dem Abzug der M23 Verletzte und Tote gegeben haben; diese Vorfälle werden derzeit untersucht. Glaubwürdige Informationen deuten außerdem darauf hin, dass Wazalendo Menschen daran hinderten, aus der Stadt in die Hochplateaus zu fliehen.
Bereits während die M23 im Dezember in Uvira waren, kam es laut lokalen Quellen zu Bedrohungen, Einschüchterungen, Tötungen, Verschleppungen und Zwangsrekrutierungen. Auch 2025 verübten kongolesische Soldaten und Wazalendo-Kämpfer in Süd-Kivu außergerichtliche Hinrichtungen und sexuelle Gewalt gegen Zivilist:innen. Während ihrer Kontrolle über Uvira im selben Jahr belästigten, bedrohten und entführten Wazalendo zudem Angehörige der Banyamulenge und schränkten deren Zugang zu grundlegenden Diensten ein. Sowohl die M23 als auch ruandische Vertreter:innen berufen sich immer wieder auf den Schutz dieser Gemeinschaft, um ihr Vorgehen in Süd-Kivu zu rechtfertigen.
Die kongolesische Regierung kündigte am 19. Januar eine schrittweise Wiederherstellung staatlicher Autorität in Uvira an, einschließlich Maßnahmen in den Bereichen Sicherheit, Justiz und humanitäre Versorgung. Menschenrechtsorganisationen fordern Präsident Félix Tshisekedi auf, den Schutz der Banyamulenge und anderer Zivilist:innen klar zu bekräftigen und die Wazalendo-Milizen zum Abzug aus der Stadt zu bewegen. Gleichzeitig sollten staatliche Stellen und internationale Geber sicherstellen, dass finanzielle Unterstützung rasch bei den von Plünderungen und Zerstörungen Betroffenen ankommt. Die anhaltenden Übergriffe der Wazalendo in Nord- und Süd-Kivu verdeutlichen die Gefahren unkontrollierter Milizen und unterstreichen die Notwendigkeit gut ausgebildeter Sicherheitskräfte sowie unabhängige Ermittlungen und faire Strafverfolgung gegen Verantwortliche.
Der Bericht ist auf Englisch bei Human Rights Watch erschienen.