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ADF-Angriffe fordern 90 tote Zivist:innen im Ostkongo
Bei einer Serie von Angriffen der Rebellengruppe Allied Democratic Forces (ADF) in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) sind mindestens 90 Zivilist:innen ums Leben gekommen. Die Überfälle ereigneten sich in der Provinz Nord-Kivu, wo bewaffnete Kämpfer zunächst das Dörfer in dem Gebiet um Ntoyo im Territorium Lubero angriffen. Dort wurden 71 Menschen getötet, sechs weitere verletzt und zahlreiche Häuser sowie Fahrzeuge in Brand gesetzt. Viele Anwohner:innen gelten weiterhin als vermisst.
Ein zweiter Angriff traf die Region Beni, genauer die Dörfer Fotodu und Avey im Distrikt Batangi-Mbau. Dort verloren weitere 18 Menschen ihr Leben. Beobachter:innen verweisen darauf, dass die ADF seit Jahren zu den brutalsten bewaffneten Gruppen im Osten des Landes gehört. Sie gilt als Ableger des sogenannten „Islamischen Staates“ und ist für einen Großteil der zivilen Opfer in Nord-Kivu und Ituri verantwortlich.
Die kongolesische Regierung verurteilte die Angriffe scharf und kündigte verstärkte militärische Maßnahmen an. Gemeinsam mit den Streitkräften Ugandas sollen die Rebellen weiter verfolgt, ihre Stützpunkte zerstört und verschleppte Personen befreit werden. Ziel sei es, die Sicherheit der Bevölkerung wiederherzustellen und den Einfluss der ADF endgültig zu brechen.
Trotz der laufenden gemeinsamen Operationen gelingt es den Rebellen jedoch weiterhin, abgelegene Dörfer zu attackieren. Laut einer Studie gehen 52 Prozent aller konfliktbedingten Todesfälle unter Zivilist:innen im Osten der DR Kongo auf ihr Konto. Damit bleibt die ADF eine der gefährlichsten und blutigsten Milizen in der Region.
Der Artikel ist auf Englisch bei The East African erschienen.