- Konflikt
- Nationale Politik
DR Kongo: Angesichts stockender Friedensverhandlungen verschärfen sich die Kämpfe zwischen Kinshasa und der AFC/M23
Der Friedensprozess in der DR Kongo kommt kaum voran. Denn parallel zu den Gesprächen in Doha flammten die Kämpfe in den letzten zwei Wochen an mehreren Fronten erneut auf. Betroffen sind Gebiete in Süd-Kivu – insbesondere das Hochland von Uvira, Fizi und Mwenga – sowie in Nord-Kivu, vor allem die Region Walikale.
Die Rebellenallianz AFC/M23 wirft der Regierung in Kinshasa vor, ihre Stellungen angegriffen zu haben. Umgekehrt beschuldigen die kongolesischen Streitkräfte (FARDC) die Rebellen, am 28. August mehrere Häuser in der Ortschaft Ruberiki im Gebiet Masisi in Brand gesetzt zu haben. Außerdem sollen Kämpfer Jugendliche, darunter auch Minderjährige, verschleppt und illegal festgehalten haben. Laut FARDC wurden sie teils als Späher, teils als menschliche Schutzschilde eingesetzt, ebenfalls im Gebiet Walikale.
Obwohl die Kämpfe im Osten des Landes weiter eskalieren, haben bislang weder die Regierung noch die Rebellen die Gespräche in Doha offiziell abgebrochen. Dennoch werfen die jüngsten Äußerungen der politischen Führung einen Schatten auf den Friedensprozess. Präsident Félix Tshisekedi bekräftigte am 30. August zwar seine Unterstützung für die Initiativen in Doha und Washington, verurteilte jedoch jene Kongolesen, die sich nach seinen Worten den Interessen der Nachbarstaaten unterordnen. Mit ihnen könne es keinen Dialog geben, betonte er, sondern nur mit jenen, die bereit seien, am Aufbau des Landes mitzuwirken.
Zwei Tage später erklärte Corneille Nangaa, Koordinator der Alliance fleuve Congo (AFC), Tshisekedi setze angesichts zusätzlicher Truppen und neuer Ausrüstung weniger auf Dialog als vielmehr auf eine militärische Kraftprobe. Er kündigte an, es werde „eine angemessene Antwort geben, bis die Bedrohung an der Quelle neutralisiert ist“.
Die Kombination aus wiederaufflammenden Kämpfen und scharfer Rhetorik gefährdet die ohnehin fragilen Verhandlungen in Doha zunehmend. Ob der Prozess mittelfristig zu einer Entspannung beitragen kann, bleibt angesichts der verhärteten Positionen offen.
Der Artikel ist auf Französich bei rfi afrique erschienen.