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DR Kongo: Die M23 rekrutiert Richter im Osten des Landes
Die M23-Rebellen im Osten der DR Kongo bauen ihre Kontrolle weiter aus, indem sie fast 400 Richter für eine eigene Paralleljustiz rekrutierten.
In einer Erklärung, die vom M23-Sprecher Lawrence Kanyuka veröffentlicht wurde, hieß es, eine „Kommission zur Wiederbelebung der Justiz“ habe die Liste erfolgreicher „Richterkandidaten“ veröffentlicht. Laut Délion Kimbulungu, dem Vorsitzenden der Kommission, seien 475 Bewerbungen eingegangen, von denen 378 angenommen wurden. Diese sollen nun in das von der M23 geschaffene Justizsystem integriert werden.
Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kämpfe trotz diplomatischer Initiativen. Im Juli 2025 unterzeichneten die Regierung der DR Kongo und die M23 in Doha eine Grundsatzerklärung für einen „dauerhaften Waffenstillstand“, nachdem zuvor in Washington ein Friedensabkommen zwischen Kinshasa und Ruanda geschlossen worden war. Beide Vereinbarungen konnten die Gewalt bislang jedoch nicht beenden – Armee und Rebellen werfen sich gegenseitig Verstöße gegen den Waffenstillstand vor.
Kongos Präsident Félix Tshisekedi kündigte am Sonntag an, dass die Gespräche in Doha in dieser Woche wieder aufgenommen werden sollen. Dies soll der Vorbereitung eines Treffens mit dem ruandischen Präsidenten Paul Kagame dienen, das unter der Schirmherrschaft von US-Präsident Donald Trump in Washington geplant ist, um die beiden Abkommen offiziell zu bestätigen.
Beobachter warnen, dass die Rekrutierung von Richtern durch die M23 ihre Kontrolle über die Region weiter festigt – und zugleich die Bemühungen um eine politische Lösung zusätzlich erschwert.
Der Artikel ist auf Französisch bei jeune afrique erschienen.