DR Kongo: Ebola in Butembo wird begleitet von Misstrauen in der Bevölkerung und passiven Behörden

Die Ebola-Bekämpfung in Butembo, dem wichtigsten Handelsknotenpunkt Ostkongos mit über einer Million Einwohner:innen zeichnet ein besorgniserregendes Bild. Anders als bei der verheerenden Epidemie von 2018-2020 fehlt diesmal eine koordinierte staatliche Reaktion. Gesundheitsbehörden warten auf Anweisungen und Gelder aus Kinshasa, es gibt keine zentrale Koordinationsstelle und die Kontaktverfolgung läuft dezentral und intransparent. Reisende, die regelmäßig aus dem Epizentrum in Ituri durch Butembo fahren werden nicht getestet.

Das Informationsvakuum verstärkt Misstrauen und Verschwörungstheorien in der Bevölkerung. Auch in sozialen Netzwerken wird Ebola geleugnet oder die Behörden werden verantwortlich gemacht. Das große Misstrauen und die Wut der Bevölkerung führten bereits dazu, dass in mehreren Orten Behandlungszelte angezündet und medizinische Teams angegriffen wurden. In dem Ebola-Ausbruch von 2018-2020 gab es ähnliche Fälle, damals von bewaffneten Gruppen, die bekannt waren als Mai-Mai, heute durch die Wazalendo.

Die Situation rund um den aktuellen Ebola-Ausbruch hat sich im Vergleich zum Jahr 2018 verschlechtert. Die internationale Präsenz ist heute deutlich geringer und die Konfliktlage rund um Butembo schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Die M23 hat den kollektiven Personentransport zwischen Goma und Butembo verboten, was wirtschaftliche Kreisläufe unterbricht. Die Lücke, die Behörden und internationale Organisationen hinterlassen, versuchen lokale Radiosender und Zivilgesellschaft zu füllen.

Der Artikel ist bei der taz erschienen.

Zum Artikel