DR Kongo: Paris eröffnet Prozess gegen den kongolesischen Ex-Rebellenführer Roger Lumbala wegen Kriegsverbrechen

Der ehemalige kongolesische Rebellenanführer Roger Lumbala steht seit Mittwoch in Paris vor Gericht wegen des Vorwurfs der Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Zweiten Kongokrieges zwischen 1998 und 2003. Die französische Justiz beruft sich auf das Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit, da Lumbala in Frankreich lebte und dort 2020 festgenommen wurde. Laut Ermittlungsrichtern soll er als Anführer der von Uganda unterstützten Rebellenbewegung RCD-N seinen Kämpfern Straffreiheit gewährt haben, während diese Zivilisten plünderten, vergewaltigten, exekutierten und verstümmelten. UN-Ermittler werfen seiner Gruppe zudem vor, gezielt Angehörige der indigenen Pygmäen-Gemeinschaften angegriffen zu haben. Menschenrechtsorganisationen sehen in dem Verfahren einen Meilenstein gegen Straflosigkeit und ein wichtiges Signal zur Abschreckung weiterer Verbrechen im Osten der DR Kongo.

Lumbala weist alle Vorwürfe zurück und behauptet, er sei lediglich politisch aktiv gewesen und habe keine Kontrolle über bewaffnete Gruppen gehabt. Er wird voraussichtlich die Zuständigkeit Frankreichs anfechten. Der Prozess soll über einen Monat dauern, mit zahlreichen geplanten Zeugenaussagen von Opfern. Zahlreiche NGOs begrüßen das Verfahren als wichtige Chance, den Überlebenden der Gräueltaten endlich Gerechtigkeit zu ermöglichen.

Der Artikel ist auf Englisch bei rfi erschienen.

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