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DR Kongo: Rund 2.800 Menschenrechtsverletzungen in sechs Monaten registriert
Das Gemeinsame Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (BCNUDH) verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo. Insgesamt dokumentierte das Büro 2.767 Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, was einem Zuwachs von 11 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr entspricht. Besonders betroffen waren die östlichen Konfliktregionen, in denen 86 Prozent der Verstöße begangen wurden. Die Zahl der Opfer stieg im gleichen Zeitraum um 12 Prozent von 7.705 auf 8.635.
Die Verschärfung der Lage wird vor allem den Aktivitäten bewaffneter Gruppen zugeschrieben. Die Offensive der M23 in Nord- und Süd-Kivu sowie die anhaltenden Angriffe der ADF und die Gewaltakte der CODECO-Miliz in Nord-Kivu und Ituri führten zu einer zunehmenden Destabilisierung. Allein die ADF soll im Berichtszeitraum für 198 Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sein – 38 davon in Ituri und 160 in Nord-Kivu – mit mindestens 1.071 betroffenen Personen. In der Provinz Ituri registrierte das BCNUDH insgesamt 416 Verstöße, was einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Der Bericht macht zudem deutlich, dass nicht nur nichtstaatliche bewaffnete Gruppen, sondern auch staatliche Akteure an schweren Menschenrechtsverstößen beteiligt waren. Besonders alarmierend ist die dokumentierte sexuelle Gewalt durch Angehörige der Sicherheitskräfte: Mitglieder der FARDC sollen für 69 Opfer sexueller Gewalt verantwortlich sein, während Beamte der PNC ein weiteres Opfer verursacht haben.
Der Artikel ist auf Französisch bei radio okapi erschienen.