- Justiz & Strafverfolgung
DR Kongo: Was wir über die in Kinshasa festgenommenen hohen Offiziere wissen
In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) wurden am 22. November mehrere hochrangige Militärangehörige festgenommen. Der Sprecher der Armee, Generalmajor Sylvain Ekenge, bestätigte die Verhaftungen, nannte jedoch keine Namen und sprach nur von „äußerst verwerflichen“ Vorwürfen im Zusammenhang mit der Staatssicherheit.
Zu den prominentesten Festgenommenen gehört General Franck Ntumba, Leiter des „Maison militaire“, einem direkt dem Präsidenten unterstellten Dienst. Auch General Christian Tshiwewe, ehemaliger Stabschef und derzeitiger Militärberater von Präsident Félix Tshisekedi, sowie General Christian Ndaywel Okura, früher Chef des Militärgeheimdienstes und seit einem Jahr Stabschef der Landstreitkräfte, sind betroffen. Insgesamt sollen elf Generäle und vierzehn weitere hochrangige Offiziere festgehalten werden, teils gemeinsam mit ihren direkten Mitarbeitern.
Die Inhaftierten befinden sich nicht in gewöhnlichen Gefängniszellen, sondern in stark gesicherten Residenzen, sogenannten „Villen“. Verdachtsmomente auf einen möglichen Anschlagsversuch führten dazu, dass Besuche, auch von Ehepartnern, ausgesetzt wurden. Der Präsident der Nationalen Menschenrechtskommission (CNDH), Paul Nsapu, konnte die Offiziere jedoch besuchen und betonte, dass sie nicht in geheimen Kerkern festgehalten würden.
Der Fall befindet sich noch in der Voruntersuchungsphase, weshalb weder Polizei noch Staatsanwaltschaft Auskunft geben müssen. Die aktuelle Welle von Festnahmen folgt auf eine frühere, bei der Offiziere aus dem Osten des Landes, nach Rückschlägen gegen die Rebellengruppe M23, verhaftet wurden. Einige dieser Offiziere hatten während der Verhöre Kollegen belastet, die nun von der zweiten Verhaftungswelle betroffen sind. Die ersten Inhaftierten sitzen weiterhin im Militärgefängnis Ndolo in Kinshasa.
Der Artikel ist auf Französisch bei rfi Afrique erschienen.