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DR Kongo: Wie der M23-Konflikt in Süd-Kivu weiter eskaliert
Trotz laufender Gespräche in der Schweiz zwischen Kinshasa und der AFC/M23 hält der Krieg in der Provinz Süd-Kivu unvermindert weiter an. Der Rückzug der AFC/M23 aus der Grenzstadt Uvira, wo die Rebellengruppe seit Anfang Dezember präsent war, hat dazu geführt, dass die Kämpfe sich in die schwer zugänglichen Hochplateaus der Territorien Fizi, Mwenga, Uvira und Kalehe verlagert haben. Diese Gebiete sind von besonderer strategischer Bedeutung, da ihre Kontrolle den Zugang zu Baraka und Fizi sowie Gebiete weiter südlich ermöglicht. Im Zentrum der Auseinandersetzungen steht ein Dreieck zwischen "Point Zéro", Mikenge und Minembwe, eine Zone, in der militärische Dynamiken auf lange bestehende lokale Konfliktdynamiken rund um Land und politische Macht treffen.
Die Gefechte zwischen den FARDC und ihren Verbündeten einerseits und den mit der M23 verbündeten Twirwaneho andererseits sind direkter und intensiver geworden. Zum Einsatz kommen vermehrt Artilleriegeschütze, Kampfflugzeuge und Kampfdrohnen.
Der humanitäre Zugang bleibt weitgehend blockiert. Um Minembwe soll ein Teil der Banyamulenge-Bevölkerung seit über einem Jahr de facto eingeschlossen sein. Auch im Bereich der medizinischen Versorgung zeigt sich die Spaltung des Gebiets: Krankenhäuser unter Regierungskontrolle behandeln verwundete Soldat:innen der FARDC und der Wazalendo-Milizen, während die M23 ihre Kämpfer in eigenen Einrichtungen versorgt. Auf internationaler Ebene blieben sowohl ein Waffenstillstandsvorschlag im Februar als auch US-Sanktionen gegen die ruandische Armee im März ohne sichtbare Wirkung vor Ort. Der Konflikt hält an und verlagert sich.
Der Artikel ist auf Französisch bei rfi Afrique erschienen.