Ostkongo: Konfliktparteien wegen „Kriegsverbrechen“ unter Verdacht

In zwei Berichten, die am 20. August veröffentlicht wurden, werfen Human Rights Watch und Amnesty International den Konfliktparteien im Osten der DR Kongo schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen vor. Amnesty International dokumentierte auf Grundlage von rund fünfzig Zeug:innenaussagen, dass die von Ruanda unterstützte Rebellenbewegung AFC/M23 zwischen Januar und Juni unter anderem summarische Hinrichtungen von Staatsangehörigen, Angriffe auf Krankenhäuser mit Entführungen von Patienten und Pflegekräften sowie Folter, Bedrohungen und gewaltsames Verschwindenlassen von Akteuren der Zivilgesellschaft verübte.

Besonders alarmierend seien Massenvergewaltigungen: Alle Opfer berichteten, dass die Täter Uniformen trugen, die denen der M23 ähnelten, und sich in Kinyarwanda unterhielten. Amnesty betont, dass Frauen im Osten der DR Kongo nirgendwo sicher seien – weder in ihren Häusern, auf Feldern noch in Zufluchtslagern. Viele dieser Handlungen stellen nach Einschätzung der NGO Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht oder sogar Kriegsverbrechen dar.

Amnesty International und Human Rights Watch dokumentieren in ihren Berichten schwere Menschenrechtsverletzungen durch die Rebellen der M23 und verbündete Milizen im Osten der DR Kongo. Laut Amnesty haben die Kämpfer der M23 Zivilist:innen, Mitglieder der Zivilgesellschaft, Journalist:innen und Anwält:innen gefoltert, verschleppt und mindestens fünf summarische Hinrichtungen begangen. Die Organisation betont, dass diese Gräueltaten gezielt darauf abzielen, Zivilist:innen einzuschüchtern, zu bestrafen und zu demütigen, und fordert Ruanda und die DR Kongo auf, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Human Rights Watch berichtet zudem, dass die von Ruanda unterstützte AFC/M23 im Juli mehr als 140 Zivilist:innen, überwiegend Hutus, in mindestens 14 Dörfern und landwirtschaftlichen Gemeinden summarisich hingerichtet hat. Diese Massaker seien offenbar Teil einer Militäraktion gegen die FDLR (Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas), einer Gruppe, die sich aus ruandischen Hutus bildete, die am Völkermord von 1994 beteiligt waren, sowie gegen andere rivalisierende bewaffnete Gruppen.

Der Artikel auf Französisch ist bei le monde afrique erscheinen. 

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