Die Bundesregierung hat den Willen geäußert, außerhalb der EU sogenannte „Return-Hubs“ zu etablieren. Als wahrscheinlichster Standort gilt Ruanda. ÖNZ-Geschäftsführer Ciaran Wrons-Passmann erläutert damit verbundene Risiken in einem Interview.
Ein Bericht der Menschenrechtsorganisation ITEKA liefert eine Zusammenfassung der Menschenrechtslage während der sechsjährigen Amtszeit von Präsident Évariste Ndayishimiye. Er verweist auf eine relative politische Stabilisierung, aber auch auf Einschränkungen zivilgesellschaftlicher und politischer Freiheiten.
Ein Bericht von Amnesty International dokumentiert Menschenrechtsverletzungen der M23 an zwei Kleinbergbaustandorten im Osten der DR Kongo. Der Bericht thematisiert zudem die Rolle Ruandas bei der Unterstützung der M23 und als Exporthub geschmuggelter Mineralien.
Die Ebola-Epidemie im Osten der DR Kongo trifft auf eine Bevölkerung, die bereits von jahrzehntelangen Konflikten und wirtschaftlicher Not geprägt ist. Die Podcastfolge von „Afrique 360°“ beleuchtet die Besonderheiten des aktuellen Ausbruchs, die Reaktion der Behörden und humanitären Organisationen sowie die Risiken einer weiteren Ausbreitung in der Region.
In der Demokratischen Republik Kongo schrumpft der zivilgesellschaftliche und demokratische Raum immer weiter. Gewalt gegen friedliche Demonstrierende, systematische Grundrechtsverletzungen und gezielte Übergriffe regierungsnaher Akteure führen zu einer deutlichen Verschlechterung des politischen Klimas. Das europäische Netzwerk EurAc warnt: Die aktuelle Entwicklung birgt erhebliche Risiken für Frieden und Stabilität – und verlangt eine klare, öffentliche Reaktion der EU sowie entschlossene Unterstützung für die kongolesische Zivilgesellschaft.
Eine Untersuchung von Global Witness zeigt, wie Konflikt-Coltan aus den von der M23 kontrollierten Minen von Rubaya in der DR Kongo über Ruanda in internationale Lieferketten gelangt. Mindestens fünf der sieben wichtigsten ruandischen Coltan-Exporteure sollen nach Recherchen der Organisation Mineralien aus der DR Kongo über Zwischenhändler an Schmelzen in China und Kasachstan verkaufen.
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo verüben die Allied Democratic Forces (ADF) seit Jahren Massaker an der Zivilbevölkerung und das weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit. Ein neuer Bericht von Amnesty International dokumentiert das Ausmaß dieser Verbrechen.
EurAc begrüßt es, dass die EU beabsichtigt die finanzielle Unterstützung für die ruandische Armee im Rahmen der European Peace Facility einzustellen, und fordert die EU auf, in Bezug auf die Region der Großen Seen eine Politik zu verfolgen, die Frieden in der Region stärkt und konsequent auf Gewaltfreiheit und Menschenrechte setzt.
Die burundische Organisation Action by Christians for the Abolition of Torture (ACAT-Burundi) hat ihren Jahresbericht zur Menschenrechtslage im Jahr 2025 vorgelegt. Der Bericht dokumentiert anhaltende Verletzungen grundlegender Rechte, darunter willkürliche Verhaftungen, Folter und Entführungen, sowie eine weiterhin kritische Situation in den Gefängnissen.
In der Hochebene von Süd-Kivu blockieren die Konfliktparteien die humanitäre Hilfe und hindern die Zivilbevölkerung an der Flucht. Human Rights Watch berichtet über die humanitäre Krise und fordert den UN-Sicherheitsrat zum dringenden Handeln auf.
In einem kürzlich veröffentlichten Statement bemängelt das europäische Netzwerk EurAc, dass die EU in Bezug auf die Krise im Osten der Demokratischen Republik Kongo in erster Linie als humanitärer Akteur auftritt. Ohne eine klare politische Strategie, konsequenten Druck auf die Konfliktparteien und Maßnahmen gegen Straflosigkeit bleibt das Engagement EU jedoch unzureichend. Um nachhaltigen Frieden zu ermöglichen, muss die EU die strukturellen Ursachen der Gewalt entschlossen angehen.
Die Autoren argumentieren, dass die festgefahrene Dynamik im Konflikt im Osten der DR Kongo vor allem darauf zurückzuführen ist, dass gängige Forderungen nach Dialog und Truppenrückzug die realen Machtverhältnisse verkennen. Weil die militärischen und politischen Positionen der beteiligten Akteure kaum vereinbar sind, bleibt der Verhandlungsspielraum äußerst begrenzt. So sei ein nachhaltiger Frieden nur möglich, wenn die kongolesische Souveränität gestärkt und ein funktionsfähiger, widerstandsfähiger Staat aufgebaut wird.
Die beiden Wissenschaftler Kristof Titeca und Giovanni Salvaggio haben eine Analyse zur ADF veröffentlicht, in der sie deren multidimensionale Gewaltstrukturen im Osten der DR Kongo untersuchen. Sie argumentieren, dass eine Reduzierung auf eine jihadistische Zuschreibung den tatsächlichen Machtstrukturen nicht gerecht wird. Vielmehr müsse die Gewalt als Zusammenspiel ideologischer, militärischer, politischer und wirtschaftlicher Logiken verstanden werden – auch, um wirksame politische Strategien im Umgang mit der ADF entwickeln zu können.
Seit dem Rückzug der M23 aus Uvira sind Zivilist:innen erneut erheblichen Übergriffen durch Wazalendo-Kämpfer ausgesetzt. Human Rights Watch dokumentiert Plünderungen in Wohnhäusern, Geschäften, Kirchen und öffentlichen Einrichtungen. Lokale Quellen berichten zudem von Verletzten und Toten; diese Vorfälle werden derzeit überprüft.
Das Ökumenische Netz Zentralafrika und seine Mitglieder trauern um einen der Mitbegründer des ÖNZ sowie engagierten Verfechter für die Menschenrechte in der Region der Großen Seen.
Der Tod von Dr. Jochen Motte hinterlässt eine schmerzliche Lücke in unserem Netzwerk. Als Mitbegründer und unermüdlicher Fürsprecher für Menschenrechte prägte er über Jahrzehnte unsere Arbeit. Sein Name bleibt verbunden mit dem Einsatz für Gerechtigkeit – in Deutschland, Afrika und weit darüber hinaus. Wir trauern um einen unbestechlichen Wegbegleiter und führen sein Engagement in tiefem Respekt weiter.
Die konfliktbezogene sexuelle Gewalt im Osten der DR Kongo hat drastisch zugenommen, während die Unterstützung der Überlebenden deutlich zurückgegangen ist. Die von Ruanda unterstützte M23 und andere bewaffnete Gruppen und Streitkräfte setzen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe ein, während Überlebende weiterhin mit struktureller Straflosigkeit konfrontiert sind, die die Verantwortlichen schützt, und mit einem Gesundheitssystem, dem die Mittel zur Unterstützung der Opfer fehlen.
Der Bericht der International Crisis Group analysiert die Rückkehr der M23, ihre territoriale Ausdehnung und die Entwicklung der regionalen und internationalen Diplomatie. Er betont, dass ein tragfähiger Waffenstillstand dringend notwendig ist und langfristige diplomatische Anstrengungen gebraucht werden, um eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern. Grundlage sind rund hundert Interviews mit politischen Akteur:innen, Rebellenvertreter:innen, Diplomat:innen, Fachleuten und Betroffenen.