Im Osten der Demokratischen Republik Kongo verüben die Allied Democratic Forces (ADF) seit Jahren Massaker an der Zivilbevölkerung und das weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit. Ein neuer Bericht von Amnesty International dokumentiert das Ausmaß dieser Verbrechen.
Der im März 2026 veröffentlichte Bericht "What it's like to be a journalist in Africa’s Great Lakes region" von Reporter ohne Grenzen legt liefert eine detaillierte Analyse zur Lage der Pressefreiheit in der Großen-Seen-Region Afrikas. Er deckt die Demokratische Republik Kongo, Ruanda, Burundi, Uganda, Kenia und Tansania ab.
Die burundische Organisation Action by Christians for the Abolition of Torture (ACAT-Burundi) hat ihren Jahresbericht zur Menschenrechtslage im Jahr 2025 vorgelegt. Der Bericht dokumentiert anhaltende Verletzungen grundlegender Rechte, darunter willkürliche Verhaftungen, Folter und Entführungen, sowie eine weiterhin kritische Situation in den Gefängnissen.
In der Hochebene von Süd-Kivu blockieren die Konfliktparteien die humanitäre Hilfe und hindern die Zivilbevölkerung an der Flucht. Human Rights Watch berichtet über die humanitäre Krise und fordert den UN-Sicherheitsrat zum dringenden Handeln auf.
Trotz zahlreicher Reformversuche bleibt die Demokratisierung in der DR Kongo fragil. Ein neuer Bericht zur DR Kongo sieht zentrale Reformen für die Demokratisierung des Landes als dringend notwendig. Doch ohne breite politische Koalitionen bleiben viele Veränderungen wirkungslos. Die Autoren warnen auch vor der anhaltenden Dominanz politischer Eliten.
Der Konflikt im Osten der DR Kongo verändert sich zunehmend: Drohnenangriffe und Luftoperationen spielen eine immer größere Rolle im Kriegsgeschehen. Der Afrika-Analyst Ladd Serwat von ACLED erklärt in einer Interviewanalyse, welche Drohnentypen eingesetzt werden und warum besonders rohstoffreiche Regionen ins Visier geraten. Seine Einschätzung zeigt, wie sich der Konflikt zunehmend zu einem modernen Luftkrieg entwickelt.
Die Autoren argumentieren, dass die festgefahrene Dynamik im Konflikt im Osten der DR Kongo vor allem darauf zurückzuführen ist, dass gängige Forderungen nach Dialog und Truppenrückzug die realen Machtverhältnisse verkennen. Weil die militärischen und politischen Positionen der beteiligten Akteure kaum vereinbar sind, bleibt der Verhandlungsspielraum äußerst begrenzt. So sei ein nachhaltiger Frieden nur möglich, wenn die kongolesische Souveränität gestärkt und ein funktionsfähiger, widerstandsfähiger Staat aufgebaut wird.
Die beiden Wissenschaftler Kristof Titeca und Giovanni Salvaggio haben eine Analyse zur ADF veröffentlicht, in der sie deren multidimensionale Gewaltstrukturen im Osten der DR Kongo untersuchen. Sie argumentieren, dass eine Reduzierung auf eine jihadistische Zuschreibung den tatsächlichen Machtstrukturen nicht gerecht wird. Vielmehr müsse die Gewalt als Zusammenspiel ideologischer, militärischer, politischer und wirtschaftlicher Logiken verstanden werden – auch, um wirksame politische Strategien im Umgang mit der ADF entwickeln zu können.
Seit dem Rückzug der M23 aus Uvira sind Zivilist:innen erneut erheblichen Übergriffen durch Wazalendo-Kämpfer ausgesetzt. Human Rights Watch dokumentiert Plünderungen in Wohnhäusern, Geschäften, Kirchen und öffentlichen Einrichtungen. Lokale Quellen berichten zudem von Verletzten und Toten; diese Vorfälle werden derzeit überprüft.
Die konfliktbezogene sexuelle Gewalt im Osten der DR Kongo hat drastisch zugenommen, während die Unterstützung der Überlebenden deutlich zurückgegangen ist. Die von Ruanda unterstützte M23 und andere bewaffnete Gruppen und Streitkräfte setzen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe ein, während Überlebende weiterhin mit struktureller Straflosigkeit konfrontiert sind, die die Verantwortlichen schützt, und mit einem Gesundheitssystem, dem die Mittel zur Unterstützung der Opfer fehlen.
Der Bericht der International Crisis Group analysiert die Rückkehr der M23, ihre territoriale Ausdehnung und die Entwicklung der regionalen und internationalen Diplomatie. Er betont, dass ein tragfähiger Waffenstillstand dringend notwendig ist und langfristige diplomatische Anstrengungen gebraucht werden, um eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern. Grundlage sind rund hundert Interviews mit politischen Akteur:innen, Rebellenvertreter:innen, Diplomat:innen, Fachleuten und Betroffenen.
Eine im November veröffentlichte Studie des IPIS warnt vor einer weitgehend übersehenen Sicherheits- und humanitären Krise im Westen der DR Kongo. Die von der Mobondo-Bewegung angeheizte Gewalt wurzelt in komplexen Konflikten um Land, Machtverlust traditioneller Autoritäten, soziale Marginalisierung und Ressourcenknappheit – Faktoren, die die Region in einen gefährlichen Kreislauf anhaltender Gewalt treiben. Die Autor:innen der Studie fordern eine multidimensionale Strategie, die humanitäre Hilfe, lokale Vermittlungsprozesse und strukturelle Reformen miteinander verbindet.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnt in einer Pressemitteilung vor zunehmender Gefahr für Zivilist:innen in Uvira in der Provinz Süd-Kivu im Osten der DR Kongo. Dort bedrohen sowohl die kongolesischen Streitkräfte als auch verbündete Milizen, die sich „Wazalendo“ („Patrioten“) nennen, die Sicherheit der Bevölkerung. Die Lage hat sich zuletzt durch Streitigkeiten um die Ernennung eines neuen Armeekommandanten weiter verschärft. Human Rights Watch fordert die kongolesische Regierung und internationale Partner auf, entschlossen zum Schutz der Zivilbevölkerung einzuschreiten und sichere Fluchtwege für Betroffene zu garantieren.
Jason Stearns analysiert bei Ebuteli im Podcast, warum der Friedensprozess rund um den M23-Konflikt im Ostkongo feststeckt: Zwischen unrealistischen Forderungen der M23, einem umstrittenen Vermittlungsvorschlag Katars, fehlender Akzeptanz der kongolesichen Regierung sowie mangelnder Kompromissbereitschaft auf allen Seiten, wächst das Risiko neuer Gewalt in den östlichen Provinzen der DR Kongo. Jüngste Kampfhandlungen und Massakervorwürfe zeigen die Dringlichkeit einer Lösung.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) dokumentierte im Februar 2025 schwere Menschenrechtsverletzungen in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu im Osten der DR Kongo. Kämpfer der bewaffneten Gruppe M23 sollen innerhalb von zwei Tagen mindestens 21 Zivilisten getötet haben. Nach Recherchen von Human Rights Watch handelte es sich nicht um vereinzelte Übergriffe, sondern um gezielte Taten, die als Kriegsverbrechen eingestuft werden müssten.
Das IAN-Dossier - an dem sich das ÖNZ mit Beiträgen zu Burundi, der DR Kongo und Ruanda beteiligt hat - beleuchtet die Lage der Menschenrechte in 13 Ländern. Vor dem Hintergrund autoritärer Entwicklungen, wachsender Ungleichheiten und der Schwächung multilateraler Strukturen fordert IAN ein entschiedenes Eintreten für Menschenrechte. Zentrale Empfehlungen sind die Stärkung unabhängiger Justizsysteme, die Verfolgung von Menschenrechtsverstößen sowie Schutzmaßnahmen für gefährdete Aktivist:innen.
Ein neuer Bericht von FOCODE beschreibt die kritischen Umstände, denen Burundier:innen, die dem Aufruf der burundischen Regierung aus dem Exil zurückzukehren, ausgesetzt sind. Der Bericht beleuchtet die Unterdrückung und Gewalt, der Burundier:innen nach ihrer Rückkehr ausgesetzt sind und formuliert Forderungen an die burundische Regierung, die internationale Gemeinschaft und die Zivilgesellschaft.
Laut einer neuen Untersuchung von Amnesty International verübt die M23 im Osten der DR Kongo schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen. Zivilist:innen sollen demnach getötet, gefoltert und in Gefängnissen menschenunwürdigen Haftbedingungen ausgesetzt sein. Ehemalige Gefangene berichten von Übergriffen, Morden und dem Verschwindenlassen von Personen, die willkürlich der Zusammenarbeit mit der kongolesischen Armee beschuldigt wurden. Vor diesem Hintergrund fordert Amnesty die M23 auf, willkürlich inhaftierte Zivilist:innen unverzüglich freizulassen und unabhängigen Beobachter:innen den Zugang zu allen M23-Gefängnissen zu gewähren.
In einem neu erschienen Bericht widmet sich Ebuteli der Entwicklung des Phänomens der Wazalendo, einer Koalition bewaffneter Gruppen, die zu den wichtigsten Verbündeten der DR Kongo im Kampf gegen die AFC/M23 zählt. Ebuteli analysiert die Herkunft des Begriffes „Wazalendo“, den Grund hinter dieser Auslagerung der Kriegsführung und den Einfluss, den dies auf lokale Gemeinden hat.